grasundvoegelpfeilvogel

Freitag, 18. September 2015

Freiwilligenarbeit in Südafrika

Jillian, die mich immer wieder tatkräftig unterstützt, erlebte Südafrika hautnah in der Provinz Eastern Cape – hier für Euch Ihr Erfahrungsbericht…

Amakhala Game Reserve

„Alles ist möglich, wir sind in Südafrika.“ Das war das Motto, was mir die Südafrikaner von dem Tag an, an dem ich dort gelandet bin, erzählt und gezeigt haben. Genau dieses Motto habe ich auch während meiner 3-wöchigen Freiwilligenarbeit auf dem privaten Reservat Amakhala erfahren.

 

Alltag eines Volunteers

Jeder Tag war einzigartig gefüllt mit neuen Abenteuern. Zu unserer Arbeit auf dem Reservat gehörten Tierzählungen und -beobachtungen, besonders in Bezug auf die Löwen und Geparden. Auch Instandhaltung des Reservats, was bedeutete, nicht-einheimische Pflanzen zu entfernen und sich um Zäune zu kümmern. Außerdem besuchten wir das Isipho Hilfe Center 2-mal in der Woche, um die Wände zu streichen und zu bemalen und um mit den Kindern Armbänder zu basteln.


Wildlife auf Tuchfühlung

Unser erster Tag auf dem Reservat war bereits spektakulär. Wir hatten das große Glück den männlichen Gepard zu sehen und die ‚Big 4‘ von Amakhala (Löwe, Elefant, Büffel und Nashorn).

Unsere Begegnung mit dem männlichen Löwen war besonders. Wir hatten bereits den weiblichen Löwen mit einem Fernmessgerät eine Weile ohne Erfolg verfolgt, als plötzlich der männliche Löwe aufgetaucht ist. Er ist direkt auf uns zu gelaufen, vorbei am Jeep, um sich hinzulegen. Er war sehr aufmerksam, während er das andere Flussufer beobachtete und nach der Löwin rief. Es war uns möglich, direkt neben ihm zu stehen und einfach dieses majestätische Tier zu beobachten.

Jedes einzelne Mal auf dem Reservat, sogar bei Instandhaltung, hatten wir besondere Begegnungen wie mit dem männlichen Löwen. Ein weiteres Beispiel dafür war der Tag an dem wir Teile eines alten Zaunes gesammelt haben. Eine Herde von Giraffen ist aufgetaucht und hat sich neugierig – wie Giraffen sind – langsam uns genähert. Als wir fertig mit unserer Arbeit waren und in den Jeep gestiegen sind, waren sie nur noch wenige Meter entfernt. Wenn wir noch etwas länger gewartet hätten, wären sie wahrscheinlich zu uns ins Auto gekommen.

Unvergessliche Begegnungen

Ein anderes Mal sind wir um 5 Uhr morgens aufgestanden. um die Löwen aktiver zu sehen. Das Resultat war strömender Regen und keine Löwen. Das war allerdings egal, da wir einen sehr magischen Moment erlebt haben. Eine Herde von Zebras, Kuhantilopen und eine Giraffe sind auf uns durch den Nebel zugekommen.

Ich werde niemals dieses Bild vergessen. Einmal hatten wir so viel Glück den weiblichen Gepard mit ihren Jungtieren zu sehen (es gibt nichts Süßeres als Geparden Jungtiere, die einen mit ihren großen Augen anschauen).

All diese Momente sind unvergesslich für mich, und sie können kaum mit Worten beschrieben werden, man muss sie selbst erleben. All das war möglich, weil wir viel Zeit auf dem Reservat verbracht und dort jeden Winkel entdeckt und viele interessante Informationen erhalten haben, alles dank Ebin. Er ist der Ranger der für uns zuständig war, der uns jeden Tag begleitete, mit dem wie viel gelacht und die gemeinsame Zeit genossen haben.  Er ist ein wahrer Schatz und machte unseren Aufenthalt unvergesslich.

Es muss nicht immer Luxus sein

Das führt mich auch dazu, über unsere Unterkunft zu sprechen. Freiwillige wohnen zusammen mit einigen Rangern am Ende des Ortes Paterson in einem ehemaligen Bahnhof. Es ist ein einfaches Haus mit allem was man braucht und kleinen Makeln, doch genau diese Makel geben einem das Gefühl dort zu Hause zu sein. Es gibt einen großen Garten und ein gemütliches Wohnzimmer mit Küche, wo ich viel Zeit mit den anderen Volontären und Rangern verbracht habe.

 

Teamwork nicht nur im Reservat

Wenn wir Glück hatten, haben unsere Ranger für uns gegrillt (Braai) und einen sehr leckeren Bohnenauflauf (Bobotie) gemacht. Jeden Abend hat jemand von uns gekocht (meistens wir Mädchen, da die Ranger gerne im Haushalt faul sind :D). Wir haben zusammen gegessen, Spiele gespielt und viel gelacht. Ich hatte eine großartige Zeit mit den Rangern, jeder von ihnen war ein fester Bestandteil unseres Alltags und wurde Teil unseres Teams. An den Wochenenden überraschten die Ranger uns, indem sie mit uns zu Pubs und sogar Clubs gefahren sind. Sie haben uns immer kurz vorher gefragt ob wir Lust hätten, sind dann bis zu einer Stunde mit dem Auto gefahren, um dann mitten im Nichts eine Stadt oder einen einzelnen Pub aufzufinden. Ich habe jede einzelne dieser Nächte geliebt, da die Einheimischen unglaublich nett waren, und wir alle einfach die ganze Nacht lang getanzt haben.

Traumurlaub an den Wochenenden

Außerdem haben wir an den Wochenenden die Chance bekommen die Umgebung zu entdecken, indem wir entweder Transfers durch die Lodge arrangiert oder eine geführte Tour gebucht haben. Beides war immer sehr spontan, mit vielen Überraschungen, aber genau das brachte den meisten Spaß. „Alles ist schließlich möglich in Südafrika.“ 🙂

Arbeit im sozialen Projekt

Als letztes möchte ich noch von meiner Erfahrung mit dem sozialen Teil des Projekts erzählen. Wie schon gesagt besuchten wir Isipho 2-mal in der Woche.

 

Wenn wir bei dem Hilfe Center angekommen sind, konnte man deutlich spüren wie 2 komplett verschiedene Welten miteinander kollidiert sind. Sobald das Auto zum Stehen gekommen ist, sind die Kinder auf uns zu gerannt gekommen und kletterten auf das Auto im Wettlauf darum, wer uns als Erstes erreichte. Für sie waren wir offensichtlich das Highlight des Tages. Wir lernten die schwierigen Lebensumstände der Kinder kennen und die Tatsache wie wichtig es ist, solche Projekte zu unterstützen, da die Kinder dadurch die Chance bekommen ihren schwierigen Lebensumständen für eine Weile zu entfliehen -um einfach ein Kind sein zu können, welches mit anderen spielt und Bildung erhält. Wir Volontäre haben schließlich nur simple Sachen gemacht wie Bilder an die Wand zu malen, womit wir aber schon eine deutliche Verbesserung für die Kinder erreicht haben, indem wir für sie eine angenehme und glückliche Atmosphäre durch unsere Bilder kreiert haben. Kleine Schritte können bereits einen Unterschied machen und in diesem Sinne ist es sehr lobenswert, dass Amakhala diese Art von Projekten unterstützt, besonders durch die freiwilligen Helfer. An einem Tag haben wir noch an einem anderen sozialen Projekt teilgenommen, welches nochmal eine komplett andere Form hatte.

 

Wir haben mit den etwas älteren Kindern einen Nachmittag verbracht, an dem wir verschiedene Fußballübungen gemacht haben – in Verbindung dazu über Tiere und Konversation zu lernen. Wir hatten viel Spaß und diese Initiative zeigt wiederum was man erreichen kann, wenn man sich für etwas einsetzt.

Südafrika hautnah

Meine drei Wochen in Amakhala waren voller Abenteuer und Momenten die ich für immer in meinem Herzen behalten werde. Ich werde auf jeden Fall nochmal zurückkehren und für eine längere Zeit bleiben. Für jeden der dort als Volontär arbeiten will, habe ich einen wichtigen Hinweis: Plant nicht zu viel, sondern seid spontan und lasst Euch von Land und Leuten einfach überraschen. Du wirst unglaubliche Begegnungen haben und großartige Abenteuer jeden Tag erleben, denn ihr wisst ja was man sagt: „Alles ist möglich in Südafrika.“

Anmerkung Birgit:
Liebe Jillian,

aus eigener Erfahrung kann ich sagen – this is a love story that´ll never end… Mich persönlich begleitet sie seit 1991 🙂 Danke, dass Du uns an Deinen unvergesslichen Erfahrungen teilhaben lässt!

 


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